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Videograph
Das Programm zur Kodierung von Videoinhalten

Ziel und Zweck

Videograph® (von Rolf Rimmele) ist ein Multimedia-Tool für Windows XP/VISTA/7/8/10 zur inhaltlichen Analyse digitalisierter Video/Audio- Aufzeichnungen, z.B. von Schulunterricht oder Interviews, mit dem, vor allem für systematische Forschungsfragen, Videokodierungen computerbasiert durchgeführt ("videographiert") werden können. Das Programm ermöglicht die Konstruktion von Beobachtungskategorien und Ratingskalen, die der Betrachter als "Messinstrument" zur Analyse der im Video oder Audio dargebotenen Inhalte einsetzen kann. Man kann die Beobachtungen in beliebige Einheiten untergliedern und diesen dann spezifische Kodierungen zuweisen (z.B. auf der Basis vorher festgelegter Rating-Kategorien oder quantitativ abgestufter Einschätzungen). Die Kodierungsprozedur kann synchron zum laufenden Clip erfolgen, sie kann in Zeitintervalle segmentiert sein ("time-sampling") oder rein ereignisbezogen gehandhabt werden ("event-sampling").

Prozedur

Während kodiert wird, werden die erzeugten Kodierungsdaten fortlaufend grafisch visualisiert und zum Schluss kann das Ergebnis der ganzen Auswertung zum Zwecke statistischer Berechnungen oder grafischer Präsentation in eine externe Datei übertragen werden, wobei man zwischen dem Datenbank-Format des Statistikprogrammes SPSS oder einem tabellarischen Textformat zum Import in Textarbeitungsprogramme wie Word oder Tabellenkalkulationen wie Excel wählen kann. Videograph erlaubt es außerdem, verbale Transkripte des Unterrichts anzufertigen und sie mit der Videoaufzeichnung zu koppeln. Damit laufen Videoaufzeichnungen zusammen mit dem transkribierten Text ab (ähnlich zu Filmen mit Untertiteln). Auch die angefertigten Transkripte können exportiert werden.

Hintergrund

Videograph wurde entwickelt von Rolf Rimmele und danach in der IPN-Videostudie, einem sechsjährigen Forschungsprojekt zu Lehr-Lern-Prozessen im Physikunterricht, bei der Codierung und Analyse von über 100 Unterrichtsstunden der Klassen 9 und 10 ausführlich getestet. Insgesamt ist festzustellen, dass sich Videograph in den letzten Jahren im Bereich videobasierter Unterrichtsforschung als ein beliebtes Forschungstool etabliert hat und in einer Reihe von Videostudien diverser Art verwendet wurde. Das Programm ist vielseitig verwendbar und kann praktisch in allen Inhaltsbereichen eingesetzt werden, wo audiovisuelle Aufzeichnungen auf der Basis wissenschaftlicher Kategoriensysteme analysiert werden sollen.

Video/Audio

Alle Bedienelemente für Clips sind übersichtlich in ein timeline-Fenster integriert und leicht zu handhaben. Im Fenster zeigt ein Zeitlineal mit verschiebbarem Regler und einstellbarer Zeiteinheit die sekundengenaue Position an, man kann so exakt und schnell navigieren, es lassen sich darüber hinaus Sprungmarken (Marker) setzen und Wiedergabeintervalle auswählen. Auch können mehrere Clips gleichzeitig abgespielt werden und es ist möglich, die Clips miteinander so zu verkoppeln, sodaß ein Clip als Steuerclip fungieren kann, der für die exakte zeitliche Synchronisation der anderen Clips sorgt

Kodierung/Transkript

Es steht ein sehr umfangreiches, aber übersichtliches Instrumentarium zur Verfügung. Die Kodierungsintervalle können nach freiem Ermessen festgelegt und variiert werden, im Prinzip sind alle denkbaren Varianten möglich. Die Definition der Kodierungsvariablen ist schnell und einfach, Kodierungen können zu jedem Zeitpunkt ganz oder teilweise gelöscht oder korrigiert werden. Die Kodierungstechnik ist einfach zu lernen. Das Gleiche gilt für das Transkribieren. Eine weitere Stärke des Programmes ist die graphische Visualisierung der erzeugten Kodierungsdaten in Echtzeit in Form "mitlaufender " Zeitdiagramme.

Datenexport

Der Datenexport ist dialoggesteuert und braucht nur einige Mausklicks. Durch differenzierte Exportoptionen kann die Datenstruktur den eigenen Analysezwecken angepasst werden.

Arbeitsfluss

Alle Elemente der Arbeitsfläche können nach Belieben positioniert werden. Das Programm merkt sich bei Beendigung alle Einstellungen, sodaß man beim nächsten Programmstart die gleiche Arbeitsumgebung vorfindet, mit der man aufgehört hat.

Zusatzfunktionen

Videograph weist weitere nützlicher Werkzeuge auf. So lassen sich z.B. die Kodierungsdaten als Balkendiagramme anzeigen, ausdrucken oder als Grafik abspeichern, und man kann aus Kodierungsintervallen, die man nach einem beliebigen Kriterium auswählt, eine Wiedergabeliste (playlist) zusammenstellen, die dann selektiv abgespielt werden kann. Ferner kann man die Kodierungen in frei skalierbare Zeitdiagramme umsetzen, die sich als Vektorgrafik-Datei abspeichern lassen und dann in Präsentationen (z.B. via Powerpoint) verwendet werden können. Ein eigenes Bearbeitungsfenster erlaubt es, angefertigte Transkripte auf komfortable Weise nach Fehlern zu durchsuchen und zu editieren, und analog dazu kann man sich in einem Reportfenster alle Kodierungsvariablen und Kodierungsdaten in übersichtlicher Anordnung zeigen lassen. Interessant ist auch Möglichkeit des Transkriptimports aus einer externen Textdatei im ASCII-Format.

Neuerungen

In der neuesten Videograph-Version sind 2 neue Dateiformate hinzugekommen, um Kodierungsdaten zu exportieren, nämlich als Textdatei im CSV-Format und als Textdatei, in der die Kodierungsdaten in SQL-Befehle eingebettet sind, sodass daraus Tabellen für MySQL-Datenbanken erstellt werden können.